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Verschiebt die kleine Zauneidechse den Radwegebau in Wullwinkel?

Wullwinkel – Biesenthal: “Lacerta agilis” ist der lateinische Name der putzigen kleinen Zauneidechse die auch in unserer Region heimisch ist und unsere Natur sowie unseren Lebensraum bereichert. Nun soll sie mit dafür verantwortlich gemacht werden, dass der versprochene und dringend erforderliche Radweg zwischen Wullwinkel und Biesenthal erst im Jahr 2018 gebaut werden soll.

Bereits seit 2012 plant das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung den etwa 2 km langen Radweg zwischen Wullwinkel und Biesenthal. Nachdem der Bau 2015 scheiterte, versprach das Ministerium den Bau des Radweges für 2017.

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Wie nun bekannt wurde, wird auch aus diesem Termin nichts. Dies geht zumindest aus einer Anfrage von Britta Müller (SPD) an Ministerin Kathrin Schneider (Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung) hervor. (Video)

Diese stellte fest, dass ein Radwegebau 2017 nicht erfolgen kann, da sich das Planfeststellungsverfahren verzögert. Hintergrund hierfür ist u.a. der Artenschutz. Hierbei geht es um die dort lebende Zauneidechse. Für diese muss ein Ersatz-Habitat geschaffen werden, welches vorab gutachterlich geprüft- und bestätigt werden muss. Ein Habitat ist ein charakteristischer Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tierart, der in diesem Fall einen Ersatzlebensraum für die Zauneidechse schaffen soll. Die Zauneidechse steht hierzulande auf der Vorwarnliste der “Roten Liste” für gefährdete Tierarten.

Ferner, so Ministerin Schneider, gäbe es Probleme mit der veränderten Rechtssprechung der Wasserrahmenrichtlinie und seit November 2016 “Schwierigkeiten” mit privaten einem Anlieger, der sich wohl gegen den Radwegebau ausgesprochen hat, bzw. Einwände haben soll. Hier sei das Landesamt bemüht, sich aussergerichtlich zu einigen.

Sofern es keine rechtlichen Auseinandersetzungen gibt, soll nach Planungen und Ausschreibungen 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Hintergrund:

Vertreter von Stadt und Amt sowie engagierte Bürger haben sich seit Jahren unermüdlich für den Bau eines Radweges beim Infra­struktur­ministerium eingesetzt. Hierfür hält die Stadt Biesenthal bereits seit 2012 Mittel in Höhe von 116.000 € für den innerstädtischen Teil des Radwegs in ihrem Haushalt vor.

Biesenthal - Wullwinkel: Mit Nachdruck für einen Radweg
Foto: Bernau LIVE – Demonstration im Oktober 2016

Rund 80 Prozent des Radwegs entlang der stark befahrenen Landesstraße 200 zwischen Biesenthal und Bernau sind bereits neu gebaut worden. In Wullwinkel müssen Radfahrer, die nach Biesenthal wollen, den sicheren Weg verlassen und auf die Landstraße ausweichen. Gerade für Kinder, welche die Biesenthaler Schule besuchen, ist dieser Abschnitt am gefährlichsten.

Erst im Juni 2016, wir berichteten, verstarb ein Radfahrer in Wullwinkel an den Folgen eines Verkehrsunfalls in Wullwinkel.

Im Oktober 2016  folgten zahlreiche Teilnehmer dem Aufruf der Lokalen Agenda 21 um auf das Problem des fehlenden Radweges aufmerksam zu machen. Unter Ihnen Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) oder die Landtagsabgeordnete Britta Müller (SPD). (Bilder und Infos)

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