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Die Schulter steht im Schatten der Gelenke – Vortrag in der Brandenburgklinik

Leiden Sie unter Schmerzen in der Schulter? Jeder zehnte Mensch klagt bundesweit  über Schmerzen in der Schulter. Trotzdem steht das Schultergelenk im Schatten der Hüft- und Kniegelenke.

Wichtige Fragen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten beantworten bei einem Infoabend am Mittwoch Chefärzte der Brandenburgklinik und Berliner Vivantes Krankenhäuser. Ein erstes Interview mit Orthopädie-Chefarzt Horst Reich der Brandenburgklinik zeigt, warum sich Betroffene mit dem Thema auseinandersetzen sollten.

Ziehen in der Schulter, Schmerzen, die bis in den Arm oder Nacken strahlen: Wie sollten Betroffene damit umgehen – Zähne zusammenbeißen oder lieber direkt zum Arzt?

Zähne zusammenbeißen werden Betroffene sicher, weil Schulterbeschwerden immer sehr wehtun. Die Ursachen können ganz banal sein: eine Überbeanspruchung oder sportliche Betätigung. Doch auch ohne Gelegenheitsursachen oder einen Unfall sind erstmalig aufgetretene Schulterbeschwerden in jungen Jahren in der Regel nicht besorgniserregend, sodass man sicherlich erstmal mit einer körperlichen Untersuchung – natürlich durch den Arzt – und einer niederschwelligen Diagnostik auskommt.

Wenn aber nun die Schulterbeschwerden nicht erstmalig auftreten, sondern andauern…

Gefährlich wird es immer dann, wenn Schulterbeschwerden langwierig sind. Das heißt, wenn sie über sechs Monate dauern und keine Diagnostik erfolgt. Hinter einem vermeintlich banalen Schulterschmerz kann eine schwerwiegende Erkrankung stehen – zum Beispiel Tumore oder Gelenkerkrankungen, die nicht erkannt und verschleppt werden. Bei länger andauernden Beschwerden sollte man deshalb immer einen Arzt aufsuchen, der dann entscheidet welche weiteren diagnostischen Maßnahmen, zum Beispiel eine Kernspinuntersuchung der Schulter, erforderlich sind.

Warum veranstalten Sie ein Infoabend zum Thema Schulterbeschwerden in der Brandenburgklinik?

Schulterbeschwerden stehen im Schatten der Hüft-, Knie- und Wirbelsäulenerkrankungen, die überall in aller Munde sind. An das Schultergelenk traut sich nicht jeder ran, weil es doch sehr komplex ist und man die Beschwerden nicht so einfach er- und aufklären kann, wie andere Erkrankungen. Schultererkrankungen können auch nicht so einfach und direkt behandelt werden, es bedarf dort einer entsprechenden Ausbildung und viel Erfahrung, um hier mit den Patienten entsprechend umzugehen. Es ist aber ein wichtiges Thema, deswegen möchten wir über die Erkrankungsursachen, Muster, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten sprechen. Wir werden auch genug Zeit einräumen, um auf individuelle Probleme oder Fragen einzugehen.

Hüftgelenke und entsprechende Erkrankungen verbindet man häufig mit ansteigendem Alter. Wie verhält sich das bei der Schulter?

Die Schulter ist ein muskulär-stabilisiertes Gelenk aus Muskeln und Bändern. Es gibt verschiedene Sehnen, die durch Degeneration, also Verschleiß, reißen können. Die Sehnen beginnen bereits ab dem 40. Lebensjahr ihre ursprüngliche Festigkeit zu verlieren. Je nachdem, was der Patient aus seinem Leben mitbringt, ob er schwer körperlich arbeitet, ob er Leistungssport betrieben hat oder ob er häufig eine Überkopf-Tätigkeit ausführen muss, leidet diese Sehne. Etwa bei über 50 Prozent der 70- Jährigen besteht eine Sehnendegeneration oder es gibt Teilrisse des Sehnenkörpers.

Ist eine Operation immer notwendig?

Eine Operation macht man immer dann, wenn eine Indikation besteht. Das heißt, wenn eine Ursache konservativ nicht beherrscht werden kann. Das ist nach Schultergelenkverletzungen, etwa nach Rissen von einer der Schultergelenksehnen oder dem Schultersehnenkomplex oder selbstredend auch nach einer Fraktur des Oberarmkopfes. Diese wurde vor 30 Jahren teilweise noch konservativ behandelt.
Mittlerweile wählt man diese Methode nur, wenn eine Operation ein zu großes Risiko bedeutet. Es gibt viele Umstände, die bei der Frage nach einer Operation berücksichtigt und abgewogen werden müssen.

Schulterschmerzen, Operation und dann: Gibt es einen Weg zurück in die Alltagsbeweglichkeit?

Ehrlicherweise muss man natürlich sagen, dass Schultergelenke, die vorher wenig bewegt wurden auch nach der Operation nicht viel beweglicher sein können. Jetzt nehmen wir mal an, es gibt einen jungen Menschen mit einem Riss der Rotatorenmanschette, der vorher im Schultergelenk gut beweglich war. Durch eine sportliche Verletzung reißt die Sehne ab. Er hatte bisher eine kräftige Sehne, einen kräftigen Knochen und er wird rasch und gut operiert, sodass die Sehne wieder gut einwachsen kann und keine Komplikationen entstehen, dann wird so ein Patient sicherlich voll wiederhergestellt werden können.

Und wann wird es kompliziert?

Bei der Schulter ist es oft so, dass eine längere Schonhaltung eingehalten wird. Mitunter operationsbedingt oder der Patient wird zu spät operiert, weil kein Arzt so recht wusste, was die Ursache ist. Durch die Schonung kommt es zu erheblicher Kapselschrumpfung, also einer Bänderschrumpfung im Bereich des Schultergelenkes. Im schlimmsten Fall, verfettet die Muskulatur, wenn sie länger nicht betätigt wird. Die zugrunde gegangene Muskulatur kann nicht wieder repariert werden, dann bleibt eine Schwäche des Arms zurück. Je jünger der Patient ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die volle Beweglichkeit wieder hergestellt werden kann. Je älter der Patient ist, kann es passieren, dass Bewegungseinschränkungen zurück bleiben – insbesondere nach Implantation eines Kunstgelenks.

Was ist nach der Operation besonders wichtig?

Neben der Schmerztherapie ist das schnelle Wiederherstellen der Beweglichkeit wichtig. Das Schwierige sind oft Ängste, die Patienten mitbringen. Hinter ihnen liegt oft einen erheblicher Leidensweg. Der führt dazu, dass die Schulter geschont wird und man den Mut verliert, den Arm einzusetzen. Hier arbeiten wir auch mit psychologischer Hilfe, um die Patienten zu motivieren und die Ängste zu überwinden. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den wir hier in der stationären Rehabilitation einsetzen können. Das ist schwieriger mit einer rein ambulanten Physiotherapie. Die zielt meistens nur auf das Wiederherstellen der Beweglichkeit ab. Doch gerade bei der Schulter ist die multimodale Therapie von entscheidender Bedeutung für den Behandlungserfolg. Das umfasst auch das Kräftigen der Muskulatur und das Wiederherstellen der Beweglichkeit entweder manuell in der Krankengymnastik mit manueller Therapie oder mit einer Bewegungschienenbehandlung oder einer speziellen Krankengymnastik im Bewegungsbad – bzw. die Kombination der Behandlungen.

Wie lange dauert es, bis die Bewegungsfreiheiten wieder gegeben sind?

Grundsätzlich ist eine Schultergelenkbehandlung langwierig und kann bis zu einem Jahr dauern. Gerade wenn eine Operation voraus ging, dann brauchen Patienten Geduld. Das Problem nach der Rehabilitation war oft der Abbruch der Übungen, wenn der Patient in die Häuslichkeit geht. Um dem zu entgegnen, haben wir eine telemedizinische Rehabilitation in das Behandlungskonzept integriert.
Was ist das für ein System?

Der Patient wird mittels Caspar Health während der Reha geschult, macht Übungen mit der Hilfe des internetbasierten Systems unter physiotherapeutischer Kontrolle und kann sie zuhause kontrolliert weiterführen. Die Übungen werden individuell und gemeinsam von den Physiotherapeuten und Patienten ausgesucht und je nach Fortschritt erweitert. Diese Art der „Nach-Reha“ ist zeitlich nicht limitiert, sondern wird an den Bedarf angepasst. Dabei hat der Patient jederzeit die Möglichkeit, ein Feedback unserer Physiotherapeuten zu bekommen. Wenn wir merken, dass es Zuhause nicht weitergeht, nehmen wir Kontakt per Mail oder nach Absprache auch telefonisch auf. Es ist eine ergänzende, vertiefende Behandlung, die nach der Reha den Fortschritt und die Stabilisierung sicherstellen soll.

Was kann man tun, um Schulterbeschwerden vorzubeugen?

Sie müssen mit der Schulter sozusagen „Spazieren gehen“ – und sie so wie Hüft- und Kniegelenke einsetzen. Die Schulter hat viele Freiheitsgrade. Die müssen genutzt werden. Das heißt, es braucht Bewegungen, die im Alltag vielleicht nicht so häufig vorkommen, etwa Wäsche oder Vorhänge aufhängen. Diese Bewegungen kann man auch dann machen, wenn nicht unbedingt frische Wäsche in der Waschmaschine wartet. Und wenn etwas eingeschränkt ist, dann sollte man schauen, die Freiheitsgrade wiederzuerlangen und damit rundum beweglich zu bleiben. Das ist die beste Prävention.

Befolgen Sie Ihren eigenen Rat?

Ich gehe zum Beispiel Schwimmen und nutze alle möglichen Bewegungsmöglichkeiten wie Gymnastik, um meine Schultern in alle Richtungen frei beweglich zu halten. Ja, ich gehe in der Tat auch „mit ihr spazieren“.

Info: Die Infoveranstaltung findet am 18. Dezember von 17.30 – 19 Uhr in der Brandenburgklinik, Brandenburgallee 1 im Haus Brandenburg in Bernau-Waldsiedlung statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

Referenten sind Chefärzte der Brandenburgklinik und Vivantes Kliniken in Berlin sowie Max Michels als CEO der Online-Rehanachsorge-Plattform Caspar Health. Zeit ist genügend auch für individuelle Fragen eingeräumt.

Info & Bild: Michels Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

 

Datum

18. Dezember 2019
Abgelaufene Events

Uhrzeit

17:30 - 19:00

Mehr Informationen

Mehr im Web

Ort

Brandenburg-Klinik Bernau
Brandenburgallee 1, 16321 Bernau bei Berlin

Veranstalter

Michels Kliniken GmbH & Co. KG
Phone
(030) 800 929-100
Website
https://www.michelskliniken.de
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