Berlin: Fassungslosigkeit auch am Morgen danach
Berlin: Wenn man sich im Augenblick den Berliner Breitscheidplatz anschaut, so läuft einem Schauer und Entsetzen über den Rücken.
Wo bis gestern Abend, 20.00 Uhr, noch vergnügt tausende Menschen über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche schlenderten, herrscht heute Morgen ein Bild der Verwüstung. Genau an diesem Ort, im Herzen Berlins, wurden am gestrigen Abend 12 Menschen getötet und 48 verletzt, als ein Sattelzug, vermutlich vorsätzlich, in den Weihnachtsmarkt raste. (wir berichteten Live)
Die halbe Nacht waren hunderte Rettungskräfte und Feuerwehrleute dabei Menschen aus den Trümmern zu bergen oder notärztlich zu versorgen. Zeitgleich begann Polizei, BKA und Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen zum Tathergang.
Nach bisherigen Kenntnissen soll der gefasste Tatverdächtige den polnischen Sattelzug um kurz nach 20 Uhr mit Absicht in den Weihnachtsmarkt gesteuert haben, so dass man bisher von einem vermutlichen Anschlag ausgeht. Unter den 12 Toten ist auch ein Beifahrer im LKW gefunden worden. Dieser sei polnischer Staatsbürger, dessen Zusammenhang mit der Tat noch nicht geklärt ist. Nach Aussagen des polnischen Spediteurs ist der LKW samt Ladung gestohlen worden.
Im Augenblick ist das Gebiet rund um den Breitscheidplatz noch immer abgesperrt. Während die Zugmaschine zur weiteren Untersuchung bereits abgeholt wurde, sichern Ermittler noch immer Spuren.
Im Laufe des Tages soll es seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz mit ersten Erkenntnissen zur Tag geben. Zudem wurde eine bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet.
Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen.
(Sachstand: 09:50 Uhr)
Auf Fotos vom Tatort haben wir bewusst verzichtet.